Reinhard Quast ist neuer ZDB-Präsident

Reinhard Quast ist am 8. November zum neuen Präsidenten des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe gewählt worden und löst damit Dr. Hans Hartwig Loewenstein ab, der sich nach 12 Jahren an der Spitze des Verbandes nicht zu Wiederwahl gestellt hat.

Reinhard Quast stammt aus Siegen (Nordrhein-Westfalen) und ist Vorstandsvorsitzender der OTTO QUAST Bau AG. Das mittelständische Unternehmen wurde 1945 gegründet und beschäftigt heute rund 600 Mitarbeiter an fünf Standorten in Deutschland und Polen. Nach seiner Wahl an die ZDB-Spitze erklärte Quast: „All unser Tun muss sich am Nutzen für die Unternehmen ausrichten, die das große Fundament unserer baugewerblichen Verbände bilden; und das in großer Verantwortung für unser Land.“
Verantwortliches Handeln fordert Präsident Quast auch von der Politik: „Es läuft gut für die Bauwirtschaft. Die Unternehmen erhöhen ihre Kapazitäten und tun das, was gesellschaftlich notwendig und politisch gewollt ist: Sie bauen vor allem Wohnungen und das mit Hochdruck. Und was macht die Politik? Koalitionsvertrag und Wohnungsgipfel zeigen, dass die Bedeutung des Bauens und Wohnens verstanden wurde. Es wurden auch viele richtige Maßnahmen auf den Weg gebracht, aber immer wieder verfängt man sich in Personaldebatten. Das geht sogar so weit, dass kurz vor dem Wohngipfel beinahe mit Staatssekretär Gunther Adler der einzige Bau-Experte im Innenministerium geopfert wurde, um den abgesetzten Präsidenten des Verfassungsschutzes mit dessen Posten „angemessen versorgen“ zu können. Dieses überflüssige Postengeschacher hat mit verantwortungsvoller Politik zum Wohle der Menschen nichts zu tun. Laut Bauminister Seehofer ist die Frage des Wohnens die soziale Frage unserer Zeit. Richtig! Und es ist eine der größten Herausforderungen für Politik und Wirtschaft zugleich. Ihre Bewältigung erfordert zügiges Handeln anstatt Personaldebatten und schöner Worte. Wir halten uns daran. Wir bauen.“

Die ersten politischen Spitzentermine, die Präsident Quast wahrnimmt, lassen auch nicht lange auf sich warten. Anfang Dezember steht ein Gespräch mit Bundesverkehrsminister Scheuer zusammen mit weiteren Bauunternehmern zum Thema Straßenbau-ÖPP an. Wir wollen in dem Gespräch dafür werben, keine neuen ÖPP-Straßenbau-Projekte mehr auf den Markt zu bringen. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass ab 2021 die neu gegründete Infrastrukturgesellschaft das gesamte Netz unterhalten und betreiben soll. Außerdem werden wir vorschlagen, die noch ausstehenden ÖPP-Projekten mittelstandsgerecht auszuschreiben. Mal sehen, was der ÖPP-Minister hierzu sagt.

Einen Tag später trifft Präsident Quast dann in einem gemeinsamen Spitzengespräch mit dem HDB auf Bundesumweltministerin Svenja Schulz zum Thema Mantelverordnung. Die aktuelle Fassung der Verordnung lehnen wir weiterhin ab und fordern substantielle Änderungen. Dazu gehört unter anderem eine um Zielgrößen und Überprüfungskriterien konkretisierte Evaluierungsklausel, eine Bund-Länder-Deponiestrategie und unter dem Stichwort „Gleiches zu Gleichem“ die konsequente Nutzung der Ausnahmeregelungen für die Umlagerung von Bodenaushub auf regionaler Ebene.

Kurz vor Weihnachten folgt dann noch die gemeinsame Jahrespressekonferenz mit dem HDB bevor wir über den Jahreswechsel eine kleine besinnliche Pause einlegen. Bis dahin gibt es aber noch viel zu tun!