Verpflichtendes Hautscreening für „Outdoorworker“ abgewendet

Mit der Sozialpartnervereinbarung „Umgang mit UV-Strahlung bei Tätigkeiten im Freien“ konnten wir die von Minister Heil favorisierte Pflichtvorsorgeuntersuchung für alle Arbeitnehmer, die von April bis September mehr als drei Stunden täglich in der Sonne arbeiten, abwenden.

Natürlich nehmen wir die Hauptkrebsprävention sehr ernst, aber die Pflichtvorsorge hätte ohne den entsprechenden Nachweis Tätigkeitsverbote und Bußgelder nach sich gezogen. Die Untersuchungen sollten außerdem nur von Arbeits- und Betriebsmedizinern durchgeführt werden. Lange Wartezeiten in Kombination mit Tätigkeitsverboten führen aber unweigerlich zu Baustellenstopps und die können wir nicht akzeptieren. Der Aufschrei der Bauwirtschaft war entsprechend groß und die Diskussionen mit Bundesminister Heil und seinem Staatssekretär Böhning passend zum Thema ordentlich aufgeheizt. Erst die vom ZDB federführend verhandelte Sozialpartnervereinbarung konnte das Ministerium umstimmen.

Kernstück der Sozialpartnervereinbarung ist, neben Maßnahmen zur Aufklärung und Prävention, eine sog. Angebotsvorsorge: Die Unternehmen werden Arbeitnehmern, die überwiegend im Freien arbeiten, einmal jährlich den Besuch bei einem Betriebsarzt, Arbeitsmediziner, Haus- oder Hautarzt anbieten, damit sie sich beraten und ein Hautscreening durchführen lassen können. Die Kosten für diese Untersuchung, die während der Arbeitszeit stattfinden kann, tragen allerdings die Arbeitgeber. Die Pflichtvorsorge ist damit vom Tisch. Daher sind wir mit der gefundenen Lösung zufrieden. Durch die Angebotsvorsorge wird gewährleistet, dass die Arbeiten auf den Baustellen oder in der Landwirtschaft nicht zum Erliegen kommen.

Die nun verabschiedete Vereinbarung ist ein hervorragendes Beispiel für gelebte Sozialpartnerschaft in unserer Branche und dafür, dass Gewerkschaft und Verbände in eigener Verantwortung passgenaue Lösungen finden können, ohne dass es hierfür staatlicher Gesetze bedarf.