Branchenumsatz in 2019 erstmals über 350 Mrd. €

„Für die Bundesvereinigung Bauwirtschaft erwarten wir in 2019 einen Umsatz von ca. 350 Mrd. €, was einer Steigerung von 4,2 % entspricht. Dieses Wachstum ist allerdings stark preisgetrieben, wofür insbesondere höhere Kosten z.B. für Lohn und Material maßgeblich sind.“ Dieses erklärte der neu gewählte Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Marcus Nachbauer, anlässlich einer Pressekonferenz auf der IHM heute in München.

Im Jahr 2018 hatten die rund 370.000 Mitgliedsbetriebe mit ihren 3,3 Millionen Beschäftigten noch einen Umsatz von 339,3 Milliarden € erzielt, was einem Wachstum gegenüber 2017 von 6,6 % entspricht.
Nachbauer weiter: „Wenngleich die Geschäfte der Mitgliedsunternehmen auf Hochtouren laufen, ist die Erwartungshaltung an die weitere Geschäftsentwicklung in diesem Jahr zurückhaltender. Neben dem Fachkräftemangel spielen die Sorgen über steigende Rohstoffkosten sowie über die Folgen des Brexits und der Handelskonflikte insbesondere für den Wirtschaftsbau eine wichtige Rolle.“

Für die einzelnen Bausparten der Bundesvereinigung Bauwirtschaft sieht die Entwicklung wie folgt aus:

Wachstumstreiber in der Bauwirtschaft ist vor allem die Neubautätigkeit, für die die Sparte Bauhauptgewerbe (inklusive Garten- und Landschaftsbau) steht. Hier wurde in 2018 mit ca. 830.000 Beschäftigten ein Umsatz von 117 Milliar-
den € erzielt (+10,2 %). Für 2019 geht die Bundesvereinigung Bauwirtschaft von einem Umsatz in Höhe von 123 Milliarden € aus, was einem Plus von 5,4 % entspricht.

Während das Neubaugeschäft boomt, fiel die Umsatzentwicklung in der Sparte Ausbau mit +4 % auf 89,4 Milliarden € in 2018 deutlich schwächer aus. Für 2019 wird ein Wachstum von 3,5 % auf 92,4 Milliarden € veranschlagt. „Der Sanierungsmarkt, an dem die Unternehmen des Ausbaus besonders partizipieren, weist keine entsprechende Dynamik auf,“ erläuterte Nachbauer.

Die Sparte Gebäudetechnik ist mit ca. 1,6 Millionen Beschäftigten und 133 Milliarden € Umsatz in 2018 (+5 %) die beschäftigungs- und umsatzstärkste Sparte. Im Jahr 2019 wird der Umsatz um 3,5 % auf ca. 138 Milliarden € zulegen.

Nachbauer nutze die Gelegenheit und rief die Mitglieder der Bundesvereinigung Bauwirtschaft und deren Beschäftigte, aber auch alle Bundesbürger und
-bürgerinnen auf, sich an der Wahl zum Europäischen Parlament am 26. Mai zu beteiligen.

„Diese Wahl ist für die Zukunft Europas entscheidend! Denn Europa ist unsere gemeinsame Zukunft, Europa ist die Lösung und nicht das Problem – trotz aller Kritik im einzelnen, die auch wir haben.“

Gleichzeitig forderte Nachbauer, das Subsidiaritätsprinzip wieder strikter zu beachten: „Jede Initiative der europäischen Institutionen braucht eine vertragliche Grundlage.“ Darüber hinaus plädierte er dafür, die kleinen und mittleren Unternehmen in den Fokus der Politik zu rücken. Dazu gehört für ihn auch, die Meisterqualifikation als Voraussetzung für eine Unternehmensgründung im Baubereich zu erhalten. „Die duale Ausbildung im Handwerk mit der Meisterqualifikation ist als Best-Practice anzusehen.“

Abschließend wies Nachbauer darauf hin, dass sich die Baukonjunktur zwar noch auf einem hohen Niveau bewege, aber erste Wolken am Horizont aufzögen. „Daher gilt es, die investiven Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass das Bau- und Ausbaugewerbe weiter gut zu tun hat. Denn die deutsche Bauwirtschaft ist die Konjunkturlokomotive Nummer Eins.“