Der Referenzwert für die Radonexposition in Innenräumen darf 300 Bq/m³ nicht überschreiten.

In vorbelasteten Gebieten, wie Regionen mit ehemaligem Uranabbau oder mit natürlichem Radonvorkommen (z. B. Westerzgebirge), ist dies für bereits bestehende Gebäude oder zukünftige Bauvorhaben von besonderer Bedeutung.

Radon und seine Folgeprodukte in Gebäuden stellen ein Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung dar. Aus epidemiologischen Untersuchungen bei Uranbergarbeitern und Annahme einer linearen Dosis-Wirkungs-Beziehung auch in niedrigen Dosisbereichen kann ein Lungenkrebs-Risiko abgeleitet werden.

Die neue europäische Richtlinie 2013/59/Euratom soll den Strahlenschutz am Arbeitsplatz und für die Bevölkerung verbessern. Sie wurde am 17.01.2014 veröffentlicht und muss innerhalb von vier Jahren in nationales Recht umgesetzt werden. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) erarbeitet zurzeit einen Gesetzentwurf zum deutschen Strahlenschutzrecht.

Am 26.02.2015 wurde als Gemeinschaftgremium im DIN zwischen Normenausschuss Heiz- und Raumlufttechnik und Normenausschuss Bauwesen der Arbeitsausschuss "Radongeschütztes Bauen" gegründet, der sich mit den Anforderungen aus der Radonbelastung auf die Bauweisen befasst.